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Ein Hoch auf die BarriereBusters: Sie wurden im November 2025 mit dem Inklusionspreis der Stadt Potsdam ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Oberbürgermeisterin Noosha Aubel. Hier das Redemanuskript im Wortlaut.
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste, werte Preisträgerinnen und Preisträger,
es ist mir eine besondere Freude und Ehre, heute den Hauptpreis des 2. Potsdamer Inklusionspreises zu überreichen. Dieser Preis steht für eine Haltung: dafür, dass Inklusion nicht nur ein Ziel, sondern ein gemeinsamer und inklusiver Weg ist. Und er zeigt, wie viel in unserer Stadt möglich wird, wenn Engagement, Kreativität und bedingungslose Offenheit für alle Menschen zusammenkommen.
Der erste Preis geht in diesem Jahr an die BarriereBusters – ein Projekt der Potsdamer Bürgerstiftung, das in beeindruckend kurzer Zeit weit über das hinausgewachsen ist, was man üblicherweise von einem jungen Projekt erwarten würde.
Die BarriereBusters machen in Potsdam auf Barrierefreiheit, Inklusion und Ableismus aufmerksam. Sie bieten Workshops an, beraten Einrichtungen und prüfen Orte auf Barrierefreiheit. Mit großem Engagement haben sie außerdem die digitale Karte „Barrierefrei in Potsdam“ weiterentwickelt. Bei der Barrierechallenge 2025 haben sie über 180 Menschen motiviert, Barrieren in der Stadt zu erfassen und sichtbar zu machen – an welchen Stellen Teilhabe bereits gut funktioniert und wo noch Verbesserungen notwendig sind. Ihr Grundprinzip lautet dabei: „Nicht ohne uns über uns.“
Mehr lesen: Inklusionspreis für die die BarriereBusters
Denn die BarriereBusters bestehen nicht nur aus zwei hauptamtlichen Projektleiterinnen. Getragen wird das Projekt von einer aktiven Gruppe ehrenamtlicher Unterstützer*innen. Sie prüfen Orte, bringen ihre Fachkenntnisse ein und sorgen dafür, dass Barrieren tatsächlich erkannt und benannt werden können. Dieses gemeinsame Engagement zu koordinieren, zusammenzuhalten und so zu stärken, dass alle gut mitwirken können, ist eine besondere Leistung des Projekts.
Im Mittelpunkt steht dabei immer die Perspektive der Menschen, die Barrieren erleben.
Sie tun das ohne Profitinteresse. Sie tun es, weil sie überzeugt sind: Eine Stadt ist nur dann für alle gut, wenn alle an ihrer Gestaltung beteiligt sind.
Der Preis würdigt deshalb nicht nur die Projektleitung, sondern alle, die sich im Rahmen der BarriereBusters engagieren, Orte prüfen und sich dafür einsetzen, Barrieren abzubauen.
Die Potsdamer Bürgerstiftung selbst zeigt seit vielen Jahren, wie stark bürgerschaftliches Engagement unser Gemeinwesen trägt. Sie hat Projekte angestoßen, Orte erhalten und Ideen ermöglicht – wie damals bei der Rettung der Inselbühne. Sie schafft Räume für Teilhabe und bringt Menschen zusammen, die etwas verändern wollen. Die BarriereBusters stehen genau in dieser Tradition: Sie sind Ausdruck einer Stadtgesellschaft, die Verantwortung übernimmt und nicht darauf wartet, dass andere handeln.
Barrierefreiheit bedeutet dabei weit mehr als Rampen oder rollstuhlgerechte Wege. Sie umfasst verständliche Sprache, digitale Zugänglichkeit, gute Orientierung, klare Informationen und die Möglichkeit, Angebote wirklich nutzen zu können. Barrierefreiheit schafft Selbstbestimmung – und ist die Grundlage dafür, dass Menschen überall teilhaben können.
Stellen Sie sich vor, Sie sind Rollstuhlfahrer*in und möchten einfach eine Freundin auf einen Kaffee treffen: Ein alltäglicher Wunsch – und doch kann er zu einer Herausforderung werden. Oder Sie müssen wissen, ob ein taktiles Leitsystem an einem Ort vorhanden ist, den Sie besuchen wollen, da Sie sich ansonsten nicht selbstständig zurechtfinden können. Ein solcher Perspektivwechsel zeigt uns, warum Barrieren nicht nur ärgerlich sind, sondern ausschließend. Und warum wir jeden Tag daran arbeiten müssen, sie abzubauen.
Dass die BarriereBusters heute ausgezeichnet werden, hat auch eine Geschichte: Die Idee zur digitalen Karte „Barrierefrei in Potsdam“ entstand vor Jahren im Büro der Beauftragten für Menschen mit Behinderung – und wurde dann durch die Potsdamer Bürgerstiftung und eine Förderung der Deutsche Fernsehlotterie realisierbar. Was hier gewachsen ist, zeigt beispielhaft, was entsteht, wenn Verwaltung, Zivilgesellschaft und Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen ein gemeinsames Ziel verfolgen: eine Stadt, die niemanden ausschließt. Und eine gut gefüllte Karte „Barrierefrei in Potsdam“ hilft bei den vorhin genannten Problemen: Ich weiß, wo ich rollstuhlgerechte Cafés und Restaurants finden kann, wo Blindenleitsysteme vorhanden sind oder es Angebote in Leichter Sprache gibt.
Liebe BarriereBusters, Sie zeigen Potsdam, wie Inklusion praktisch, konkret und innovativ gelebt werden kann. Sie geben Orientierung – und Sie geben vielen Menschen eine Stimme. Ihre Arbeit ist ein Gewinn für unsere gesamte Stadt.
Ich gratuliere Ihnen im Namen der Landeshauptstadt Potsdam ganz herzlich zum 1. Preis des Inklusionspreises 2025. Vielen Dank für Ihr Engagement, Ihre Ausdauer und Ihre klare Haltung: Heute ausgezeichnet – morgen selbstverständlich.
Noosha Aubel, Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Potsdam
Bei diesem Text handelt es sich um das vorbereitete Manuskript. Bei der Preisverleihung hat Oberbürgermeisterin Noosha Aubel an einzelnen Stellen frei gesprochen und ergänzende mündliche Passagen eingefügt. Diese spontanen Einfügungen sind nicht Bestandteil der schriftlichen Version.